Am Rande

Die Geschichte des Grammophons begann in Hannover

Das Grammophon ist eine Erfindung des in Hannover geborenen Emil Berliner (englisch Emile Berliner; * 20. Mai 1851 in Hannover; † 3. August 1929 in Washington, DC). - Emil Berliner - Erfinder der Schallplatte und des Grammophons -

Gramophone_berliner2 Er ging nach Amerika und erfand dort die Schallplatte und das Grammophon. Er kehrte nach Hannover zurück und beteiligte sich hier an der von seinem Bruder Joseph gegründeten Deutschen Grammophon-Gesellschaft. Von hier aus trat die Schallplatte ihren Siegeszug durch Europa an. Mit zwölf Zentimetern Durchmesser hatte Emil Berliners erste Schallplatte übrigens die gleiche Größe wie die moderne Compact-Disc (CD), die bis vor kurzer Zeit in dem auf den damaligen Anfängen basierenden Poygram-Werk hergestellt wurden und noch heute von dort ausgeliefert werden.

Sein Bruder Joseph Berliner (* 22. August 1858 in Hannover; † 23. Mai 1938 ebenda) war ein deutscher Fabrikant.[1] Er war ein Sohn des Kaufmanns Samuel Berliner und Bruder von Emil und Jacob. Nach seiner Banklehre und dem Militärdienst war er für zwei Jahre in den USA und studierte Schwachstromtechnik. 1881 gründete er in Hannover die J. Berliner, Telefonfabrik in der Kniestrasse gemeinsam mit seinem Bruder Emil.Berliner_Grammophon_Hannover

Auf den Ausstellungen 1882 in München, 1883 in Wien und 1891 in Frankfurt/Main stellte er erfolgreich seine neue Übertragungstechnik aus. Das Körner-Mikrofon ("Universal Transmitter"), Ende 1880 erstmals an die Deutsche Reichspost geliefert, und Berliners automatischer Hebellinienwähler führten zum Aufschwung des Unternehmens. Joseph gründete Filialen in Wien, Berlin, Budapest, London und Paris. 1898 wandelte er sein Unternehmen in eine Aktiengesellschaft um und gründete im gleichen Jahr mit Bruder Emil die Deutsche Grammophon Gesellschaft für die Herstellung von Schallplatten. Das Markenzeichen war His Master’s Voice als ein vor dem Grammophon sitzender Hund. altegrammophonfabrikkniestr

Die Deutsche Grammophon Gesellschaft wurde am 6. Dezember 1898 vom Deutsch-Amerikaner Emil Berliner und seinem Bruder Josef in ihrer Geburtsstadt Hannover gegründet. Von hier aus erschloss das Unternehmen den europäischen Markt für das von den Gebrüdern erfundene Grammophon. Als Muttergesellschaft gilt die im englischen Hayes ansässige Gramophone Company. Die Produktion begann neben der J. Berliner Telephon-Fabrik in der Kniestraße in Hannovers Nordstadt. Wegen zunehmender Enge – bis 1903 vertrieben die Brüder hier zeitgleich den Hackethal-Draht – entstand 1904 ein großes Werk auf noch freien Flächen entlang der Podbielskistraße im Stadtteil Klein-Buchholz. Die Produktion nahm sofort enorme Ausmaße an. So wurden im ersten Jahr täglich rund 25.000 Schallplatten gepresst, im Rekordjahr 1908 insgesamt 6 Millionen. Grammophon_Hannover

Ab 1895 wohnte Joseph Berliner in der Villa Simon am Königsworther Platz. Er war Aufsichtsratsvorsitzender der Mechanischen Weberei in Hannover-Linden. 1914 wurde er zum Kommerzienrat und 1921 zum Handelsrichter ernannt. 1921 wurde er auch Erster Vorsitzender der Synagogengemeinde und veranlaßte den Bau des jüdischen Friedhofs in Bothfeld. Er selbst ist auf dem Jüdischen Friedhof An der Strangriede beerdigt. Sein Grabmal entwarf der Architekt und Hofbaurat Wilhelm Mackensen (1869–1955). Tochter Klara wurde Anfang März 1943 in das KZ Theresienstadt deportiert, wo sie ermordet wurde.Villa_Simon_oben

Die Villa Simon ist eine Villa in Hannover am Königsworther Platz im Stadtteil Calenberger Neustadt. Sie wurde 1858-60 als Wohnsitz von Eduard Simon, einem Rechtsanwalt jüdischer Herkunft, errichtet. Die im Stil der Neorenaissance errichtete Villa wurde während des Zweiten Weltkriegs zu einem der 15 Judenhäuser in Hannover, in denen jüdischen Familien ghettoisiert wurden. Das Gebäude überstand die Luftangriffe auf Hannover während des Kriegs unbeschädigt. Heute sind in ihm Einrichtungen der Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover untergebracht. jaudasorch

siegelmarkeTelephon-Fabrik-Actiengesellschaft_Hannover_vormals_J._Berliner

Siegelmarke der Telephon-Fabrik-Actiengesellschaft Hannover, vormals J. Berliner.
  Schellackplatte_1908

Schellackplatte von 1908 aus dem Hause Gramophone;hergestellt in Hannover. Zu hören ist eine Arie aus der Oper Macht des Schicksals von Giuseppe Verdi (1813–1901), welche Enrico Caruso singt.

Die Aufnahme selber wurde bereits 1906 aufgennommen.
Germany. Datum 13. Dezember 2008/1908

Quelle: Scan einer Platte
Urheber Mediatus